Was da eigentlich ankommt
Österreich nimmt seit 2014 bei Bundesdienststellen nur noch E-Rechnungen an — über das USP oder über Peppol. Das Format dahinter ist ebInterface, der österreichische Standard der Wirtschaftskammer. Es ist weder UBL noch CII:
<InvoiceNumber>2026-0417</InvoiceNumber>
<InvoiceDate>2026-03-04</InvoiceDate>
<Biller><VATIdentificationNumber>ATU45678903</VATIdentificationNumber>
<TotalGrossAmount>1422.00</TotalGrossAmount>
Excel kann diese Datei öffnen, macht daraus aber die technische Baumstruktur.
Was fehlt, ist die Übersetzung: dass TotalGrossAmount der Bruttobetrag
ist und Biller der Rechnungssteller.
01 — Eine Falle, die still zuschnappt
Das Wurzelelement heißt auch Invoice
Eine UBL-Rechnung und eine ebInterface-Rechnung beginnen beide mit einem Element
namens Invoice. Werkzeuge, die das Format am Namen des
Wurzelelements erkennen, halten eine österreichische Rechnung für UBL — und dann
kommt keine Fehlermeldung, sondern eine Zeile, in der alles leer ist:
keine Nummer, kein Rechnungssteller, kein Betrag.
Deshalb wird hier nicht der Name geprüft, sondern der Inhalt: eine
ebInterface-Rechnung hat InvoiceNumber und Biller,
eine UBL-Rechnung hat ID und
AccountingSupplierParty. Beide Richtungen sind durch Tests
abgesichert, damit die Unterscheidung nicht bei der nächsten Änderung wieder
verloren geht.
02 — Nachgerechnet statt angenommen
UID und IBAN tragen ihre eigene Prüfziffer
Eine österreichische UID ist ATU plus sieben Ziffern plus
eine Prüfziffer, die sich aus den sieben davor ergibt. Ein Zahlendreher fällt
damit auf, ohne dass jemand irgendwo nachfragen muss. Dasselbe gilt für die
IBAN (ISO 13616, Modulo 97-10).
Was die Prüfziffer nicht sagt: ob die Nummer beim Finanzamt gültig gemeldet ist. Dafür gibt es das UID-Bestätigungsverfahren. Eine Prüfung, die mehr verspricht, als sie leisten kann, ist schlimmer als keine.
Anzahlungen: warum brutto ≠ netto + Steuer sein darf
In ebInterface gibt es neben TotalGrossAmount auch
PrepaidAmount und RoundingAmount, und daraus ergibt sich der
PayableAmount. Bei einer Teilrechnung mit Anzahlung steht also ein
Bruttobetrag von 1.422 € neben einem Zahlbetrag von 1.022 €, und beides ist richtig.
Ein Prüfprogramm, das stur „netto + Steuer = brutto“ rechnet, markiert solche Rechnungen als fehlerhaft. Hier wird die Regel in genau diesem Fall nicht angewendet — nicht, weil sie unwichtig wäre, sondern weil sie hier nicht gilt. Wer Warnungen ausgibt, die regelmäßig falsch sind, erzieht die Leute dazu, alle zu übersehen.
Was sonst noch gelesen wird
- ebInterface 4.x, 5.x, 6.x — inklusive der alten Steuerstruktur
(
VATItem) aus 4.x - Peppol BIS 3.0 und EN 16931 — der Weg, über den Rechnungen an den Bund zugestellt werden
- ZUGFeRD und Factur-X — das XML steckt im PDF und wird von dort geholt
- XRechnung (Deutschland), FatturaPA (Italien, auch signiert), Facturae (Spanien), KSeF (Polen), RO e-Factura (Rumänien)
- ZIP-Archive und E-Mails (
.eml,.msg) — einfach hineinziehen, die Rechnungen werden herausgeholt
Nichts wird hochgeladen
Die Datei wird im Browser gelesen. Nicht „sicher übertragen“, sondern gar nicht übertragen — und das ist in zwei Minuten nachprüfbar: Netzwerk-Tab öffnen, Rechnung hineinziehen, es geht keine Anfrage hinaus. Oder: Seite laden, Netzwerk trennen, Rechnung trotzdem hineinziehen. Es funktioniert weiter.
Häufige Fragen
Welche ebInterface-Versionen werden gelesen?
4.x, 5.x und 6.x. Die Unterschiede stecken vor allem bei der Umsatzsteuer:
ab 5.0 steht sie in Tax/TaxItem, davor in
Tax/VAT/VATItem. Beides wird gelesen, weil in der Praxis
beides ankommt.
Brauche ich ein Konto?
Nein. Bis zu 10 Rechnungen pro Export und 20 pro Tag sind kostenlos und ohne Anmeldung. Wer mehr braucht, kauft die Pro-Version einmalig für 29 € — kein Abo.
Wird die UID-Nummer geprüft?
Die Prüfziffer ja: ATU + sieben Ziffern + Prüfziffer lässt sich
nachrechnen, und ein Zahlendreher fällt dabei auf. Ob die Nummer beim Finanzamt
gültig gemeldet ist, sagt das nicht — dafür gibt es das
UID-Bestätigungsverfahren.
Ausprobieren
Ziehen Sie Ihre Dateien auf die Startseite — bis zu 10 Rechnungen pro Export und 20 pro Tag sind kostenlos, ohne Konto, und die Zählung beginnt um Mitternacht von vorn. Pro hebt beide Grenzen einmalig für 29 € auf, ohne Abo. Wenn Sie gerade keine Datei zur Hand haben: auf der Startseite liegt ein ebInterface-Beispiel bereit. Einzelne Rechnung prüfen geht auf der Prüfseite.